Hochgolling 2004

Datum 18.09.2004 – 19.09.2004
Teilnehmer Gerard, Guf, Hen, Michi, Michl, Schorsch und Wood
Ziel Hochgolling (2862m)

Ein 2862m hoher Stein, 5 Gleschbirnen, Bergrudl und ein „Friend“. Kann denn so was gut gehen? Bleibt da ein Stein auf dem anderen? Um die Antwort gleich vorwegzunehmen: Es ist gut gegangen. Und wie es gut gegangen ist…

Tag 1: 08:00 Uhr

Nacheinander treffen die hochmotivierten Bergfexe, außer die Hen, die noch die Fachhochschulbank drücken muss und sich deshalb erst am Abend zur illustren Runde gesellen wird, am Treffpunkt Raika Proleb ein. 1/7 der Teilnehmer ist stark verkatert – ernüchternd kleiner Prozentsatz für den PGBB. Auf dem Weg nach Schladming werden noch Mensch und Maschine mit flüssiger bzw. fester Nahrung versorgt, sodass wir nach gut zweistündiger Fahrt am Zielparkplatz ankommen. Es ist sonnig und warm! Goiserer schnüren, Wanderstöcke einstellen (die Steckenlosen bezeichnen diese als schwul – tz tz) und auf geht´s Männer!

Auf den ersten Metern schießen Schorsch und Guf geschätzte 1000 Fotos, weil sich ja jeder Stein bzw. Grashalm als Motiv anbietet (Ja, Baby, gib´s mir!) . Nach gut zwei Stunden und einem extrem steilen Schlussstück erreichen wir unser Übernachtungsquartier – die Gollinghütte auf 1641m Seehöhe. Es wird Zeit das erste Bier zu schnappen. Nach getaner Arbeit geht sich aus Zeitgründen kein Gipfel sondern nur mehr ein Schpoziergaung aus. Wir sehen, dass wir auf dem richtigen Weg sind, als uns ein laut Eigendefinition alter Bergfex mit verstauchtem Fuß entgegenhumpelt. An einem luftigen Plätzchen hoch über der Hütte suhlen wir unsere gestählten Körper in der Sonne und schauen dem Rettungshubschrauber beim Fliegen zu (mit an Bord: der gestauchte Bergfex).

Bei der Hütte wieder angekommen wird zunächst einmal ordentlich gejausnet. Immerhin ist ja der Jausnrudl aka Bergrudl mit von der Partie. Die Hütte ist bis auf den letzten Platz gefüllt, aber weil wir so lieb sind, dürfen wir uns in der Kuchl niederlassen. Es bleibt nicht viel Zeit uns zu betrinken, weil nach einer alten Bergbauernregel um 22 Uhr Hüttenruhe ist. Zu fortgeschrittener Stunde kommt plötzlich aus der Dunkelheit der Nacht die stark transpirierende Berghen bei der Kuchltür herein. Er hat die Strecke, für die wir gute zwei Stunden gebraucht haben, in nicht einmal der Hälfte der Zeit zurückgelegt. Total ausgetrocknet stellt er sich soviel Bier in nur einer Stunde rein, wie unsereiner den ganzen Tag über verteilt. Mit einem beeindruckenden Sternenhimmel endet Tag 1 um ca. 23:00 Uhr. Ab in die Heia, die wir uns mit ca. 30 anderen in- und ausländischen BergsteigerInnen teilen. Auf da Alm, do gibt’s ka Sünd…

Tag 2: 08:00 Uhr

Gut ausgeruht starten wir den Gipfelsturm. Zuerst geht es gemütlich in den Gollingwinkel – das größte natürliche Amphitheater der Welt (Fotosessions en masse). Vor uns baut sich die mächtige Nordwand des „leicht angezuckerten“ Hochgolling auf. Von nun an heißt es Höhenmeter machen, was die Schuhe hergeben. Wir quälen uns über ein steiles Schuttkar hinauf zur Gollingscharte auf über 2300m Seehöhe. Auf der Scharte wird erst einmal ordentlich pausiert. Es weht ein anständiges Lüfterl. Wir sind halt doch nicht im Stadtpark von Graz unterwegs. Gestärkt geht’s weiter. Nach einem guten Stück des Weges kommen wir zur Schlüsselstelle der Tour. Die „Extreme-climber“ Gerard, Hen und Mihale entscheiden sich über den Nordwest-Grat (teilweise Schwierigkeitsgrad II) den Gipfel zu stürmen – quasi eine Gratwanderung. Die Historiker unter uns gehen auf dem einfacheren „Historischen Weg“ weiter.

13.00 Uhr. Die „Extreme-climber“ erreichen wohlbehalten das Gipfelkreuz. Kurz darauf folgt die Historikerkommission. Es ist vollbracht! Wir stehen auf dem Gipfel des 2862m hohen Hochgolling! Der Berg ist noch heil! Es herrscht gute Fernsicht – mit Fernglas noch fernsichtiger. Rundherum ein Arsch voll Gipfel. Außerdem jede Menge Leben hier heroben – von der einfachen Gleschbirn bis zum Oststeirer. Nach dem obligaten Eintrag ins Gipfelbuch und den üblichen Aktionen (Mampfen, Saufen, deppat in die Gegend glotzen) geht’s mit uns wieder steil bergab. Ruzk, zuzk sind wir auf der Gollingscharte angelangt. Mihale klettert noch auf den einen oder anderen Berg. Er ist bei dieser Tour der Ziegenpeter unter uns: naturburschenhaftes, etwas verwahrlostes Aussehen, ungeheurer Bewegungsdrang, origineller Wanderstock (= Ast).

Nach dem Schuttkar, das noch einmal alles, was in unseren Oberschenkeln an Kraft vorhanden ist, herausholt, treffen wir auf glückliche, freilaufende Pferde – putzig. Wieder bei der Hütte angekommen, gilt es den Gipfelsieg zu feiern (= Bierdurst löschen) und ordentlich à la Jausnrudl aufzujausnen. Das letzte Teilstück zum Parkplatz ist praktisch nur mehr Routine. Dort angekommen gilt es logischer Weise noch einmal den Bierdurst zu löschen und das PGBBergsteigen gemütlich ausklingen zu lassen.

Fazit

Auf Wiedersehen beim PGBBergsteigen 2005!

Autor: Gerard

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