Warschau 2010

Datum 03.06.2010 – 06.06.2010
Teilnehmer Gerard, Hen, Michi, Mike, Schorsch und Wood
Ziel Warschau, Polen
Verkehrsmittel Privat-PKW nach Wien Schwechat und retour
Polskie Linie Lotnicze LOT Wien <> Warschau

Polen ist immer eine Reise wert. Nach den guten Erfahrungen in Krakau gönnten wir uns 2010 vier Tage in der Hauptstadt Warschau. Leider musste der als Fixstarter gesetzte Mr. Max seine Teilnahme am Vortag der Abreise aus beruflichen Gründen absagen…

Tag 1

Wir verfrachten uns zu fünft – Wood kommt direkt aus München – in Hen’s Vento (das weckt Erinnerungen an den ersten Prag-Ausflug) und brechen zum Flughafen Wien-Schwechat auf. Dort müssen wir am Quick-check-in-Automaten selbst einchecken. Gott sei Dank ist die Hen so gut organisiert und hat die Unterlagen bei der Hand, sodass diese schwierige Aufgabe mit Bravour gemeistert werden kann.

Traditionell nehmen wir das erste Bier am Flughafen. Die Zeit drängt, deshalb fährt Mike schon mal voraus. Der Rest kommt zum Gate und muss feststellen, dass kein Bus mehr da ist. Oh Schreck! Sind wir zu spät? Ist das das Ende des heurigen Ausfluges? „Scheiß di ned au!“, da kommt das Transportmittel, das uns zum Flugzeug der anständigen, polnischen LOT bringt.

Die Zeit vergeht wie im Flug – haha, und wir landen am ansprechenden Warschauer Flughafen. Nachdem wir endlich das Gepäck haben, warten wir in einem Flughafenbistro auf unseren Auslandsösterreicher Wood. Nach kleineren Orientierungsschwierigkeiten ist die Gruppe vereint und kann sich mit o, zwo Bier von den Reisestrapazen erholen. Gepäck aufnehmen und ab in den Bus Richtung Hotel. Und keine Tricks! Hen hat sein Navi dabei.

Wir beziehen unser komfortables ****-Hotel und machen uns zu einer ersten Erkundungstour auf – sprich wir steuern den ersten gemütlichen Gastgarten an. Das Grand Kredens sollte sich noch zu unserem Stammlokal entwickeln. Es folgt der Klassiker Hard Rock Cafe, wo sich Hen voller Freude ein gutes Steakerl gönnen will und dann mit einem guten Lachserl Vorlieb nehmen muss. Schlag nach im Wörterbuch unter „salmon steak“.

Vis-à-vis befindet sich ein architektonisches Highlight von Warschau: der imposante Kulturpalast (ein Geschenk der Sowjetunion). Bei unserer Flaniererei stellen wir darüber hinaus fest, dass es einige herzeigbare Wolkenkratzer gibt. Auch die Parks sind recht schön und eignen sich ausgezeichnet zur Bieraufnahme.

Nach dem Essen, u.a. Kebab, von dem Wood und Gerard noch längere Zeit etwas haben, begeben wir uns auf die Suche nach ordentlichen „Clübs“. Wir entern das „Underground“ und genießen die schönen Aussichten. Schorsch und Michi ziehts bei dieser zünftigen Discomucke auf die Tanzfläche. Michi besticht durch seine unkonventionelle Tanzweise – es hat den Anschein, als habe er Gummibeine. Hen verziert in der Zwischenzeit den Boden und haut sich aufs Ohr. Gerard macht es sich auch auf einer Couch gemütlich und ruht seine Augen ein bisschen aus. Nicht einmal die geilen Polinnen können die beiden aufwecken. Schließlich endet der erste Tag im Morgengrauen.

Tag 2

Frisch und munter treffen wir uns beim Frühstücksbuffet. Es gibt alles – außer Sekt. Gut gestärkt schauen wir „auf einen Sprung“ in unser Stammlokal. Wir lassen uns Biker kredenzen – oder besser „beers with cokes“, wie Schorsch, das (Tränen)sackgesicht, sagen würde. Schorsch zahlt auch gerne auf steirisch: „Moch ma Sechzg!“ Wir genießen die Sonne, die Kamerodschoft und die Deix-Karikaturen am Klo. Sieben Stunden – Tatsache! – später brechen wir dann doch langsam auf zur Suche nach etwas Essbarem.

Im Gastgarten eines netten, traditionellen Lokals in ruhiger Lage gönnen wir uns ein gutes Abendmahl. Michi stellt sich im Anschluss ein gscheites Stamperl Schnaps mit geschätzten 70% rein. Beim Verdauungsschpoziergang bemerken wir einen verglasten Hotellift, den wir natürlich gleich ausprobieren müssen. Rauf gehts schnell, runter will er nicht mehr so recht – doch die Aussicht über die Stadt bei Nacht ist fantastisch: Kabinenparty! Geht scho gemma Fullgas! Diverse Clübbesuche lassen auch den zweiten Tag im Morgengrauen ausklingen.

Tag 3

Der Tag beginnt bei unserem Stammwirt mit „beers with cokes“. Diesmal ohne den von den Strapazen gezeichneten Michi, der es vorzieht, zwecks Erholung im Hotel zu bleiben. Da wir nun soweit akklimatisiert sind, dass wir unser umfangreiches, perfekt geplantes Kulturprogramm in Angriff nehmen können, begeben wir uns bei sonnigem Wetter Richtung Innenstadt.

Zunächst lassen wir uns in einem Gastgarten inklusive nervender Preissn nieder, um den Menschenmassen, die an uns vorbeiziehen, beim Flanieren zuzuschauen. Natürlich nur den weiblichen. Wir konstatieren, dass die junge Polin als solche schlank und langbeinig ist. Wir mutmaßen, dass es an der Ernährung liegt. Sie ist sehr stolz auf ihre Figur und zeigt diesen Umstand gerne durch das Tragen von kurzen Röcken oder Leggins. Wer ist denn dieser langhaarige Blondschopf? Ah, Michi ist auch wieder da…

Komplettiert ziehen wir weiter und begegnen unfassbar vielen Brautpaaren. Hochsaison für Brautlochbohrer! Ein langbeiniger Hochzeitsgast schaut aus wie ein Mon Chéri – süß! Ein paar Bier und Pirogen später wird es Zeit, sich ums Abendessen zu kümmern. Vom Hotel bekommen wir den Tipp für ein Restaurant, das noch an die guten alten, realsozialistischen Zeiten erinnert. Nix wie hin. Das Lokal ist originell eingerichtet. Die adrette Genossin Kellnerin serviert Speisen für Proletarier, Proleber und Bourgeoisie. Gefällt!

Die Strapazen der vorangegangenen Tage und – vor allem – Nächte sind uns anzumerken, und so begeben wir uns bald darauf auf den Rückweg ins Hotel. Dort werden zum Abschluss des Tages noch ein paar Tees, deren Ursprung irgendwo auf einer Insel des US-Bundesstaates New York liegt, vernichtet.

Tag 4

Wiederum ein sonniger, sehr warmer Tag. Wir haben dieses Jahr mit dem Wetter besonderes Glück, zumal die Tage und Wochen vor unserer Reise das Hochwasser in Polen wütete. Warschau blieb glücklicherweise verschont. Heute steht zum Abschluss ein wirkliches Highlight auf dem Programm: der Kulturpalast.

Mike ist wenig begeistert und macht es sich in der Zwischenzeit in einem Gastgarten gemütlich. Der Rest lässt sich vom Herrn Aufzugsfahrdienstleiter chauffieren. Einmal nach ganz oben, prosze! Hätten wir etwas Gscheits gelernt, dann könnten wir auch den ganzen Tag mit dem Lift auf und ab fahren und dabei die ganze Zeit auf die Lifttasten starren. Oben angekommen eröffnet sich uns ein herrlicher Blick über die Stadt, den wir auch ausgiebig genießen. Von Kunst und Kultur ist bis auf ein paar Fotos wenig zu sehen. Öde!

Zum Schluss wollen wir noch hastigen Schrittes eine weitere Parkanlage aufsuchen. Wood macht sich langsam Sorgen, ob wir den Flieger rechtzeitig erwischen: „Scheiß di ned au, geht si ois aus!“ Wir bekommen zwar nichts zu essen, aber wenigstens spielt die Blasmusik zünftig auf. Schnell zurück zum Hotel – Gepäck aufnehmen, in den Bus reinquetschen im wahrsten Sinne des Wortes und irgendwie ein Busticket besorgen – gar nicht so leicht. Hen erteilt Schorsch eine Lektion, indem er ihm die Kamera aus der offenen Tasche entwendet. Am Flughafen gibts noch schnell lecker Süppchen, Pirogen oder angebrannte Pasta.

Und schließlich düst Wood zurück nach München und der Rest nach Wien. Damit endet der heurige “ goes East“-Ausflug. Wo wir nächstes Jahr hinfahren, wissen wir noch nicht. Wir sind nämlich eine Demokratie und müssen deshalb erst darüber abstimmen…

Autor: Gerard

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