Sofia 2009

Datum 23.04.2009 – 26.04.2009
Teilnehmer Gerard, Hen, Michi und Schorsch
Ziel Sofia, Bulgarien
Verkehrsmittel Privat-PKW nach Wien Schwechat und retour
SkyEurope Wien <> Sofia

Reisebericht

Was haben Prag, Budapest, Krakau, Bratislava, Zagreb und Bukarest gemeinsam? Richtig, all diese Städte wurden bereits von Delegationen des PGBB im Rahmen der Reiseinitiative „PGBB goes East“ heimgesucht. 2009 ging es ins wilde Sofia. Die 1,3 Mio. Einwohner zählende Hauptstadt Bulgariens liegt im Westen des Landes am südöstlichen Balkan.

Tag 1

Es ist 3:10 Uhr. Während die ordentlichen Proleber/Innen um diese Zeit nachtruhen, macht sich der PGBB im komfortablen Hen-Vento Richtung Wien-Schwechat auf. Am Flughafen angekommen gilt es, die Formalitäten mit der anständigen SkyEurope zu klären und endlich um 5:00 Uhr das erste Bier zu schnappen. Damit ist der diesjährige Ausflug offiziell eröffnet.

Wir besteigen den No-Name-Flieger und heben ab in Richtung Ausflugsziel. In Sofia angekommen geht es direkt ins Flughafenresti. Das Preisniveau ist erschreckend hoch. Es kann nur billiger werden. Wir nehmen ein Taxi zum Hotel. An der Fahrtstrecke steht alle 50 bis 100 Meter mindestens ein Polizist. Der Taxler erklärt uns, dass irgendwelche Großkopferten derzeit in der Stadt konferieren. Wir fahren am Hotel vor, das bezeichnenderweise am „General-Totleben-Boulevard“ liegt. Nach all den Jahren wird der PGBB endlich standesgemäß empfangen. Ein Hotelangestellter öffnet die Autotür und kümmert sich um das Gepäck. Check-in und ab aufs gut ausgestattete Zimmer im 10. Stock. Die große Anzahl an Zimmern sollte Gerard noch Probleme bereiten.

Wir starten bei schönem Wetter aber alpinem Klima ein erstes Sightseeing. HAxt hat seine Handtasche dabei. Dann kann´s ja los gehen. Wer Sofia kennt, weiß, dass es hier viele Läden gibt. Wir schneien in den erstbesten rein. Das Bier kostet unter 1 Euro. Ja, so schätzen wir das. Als wir durch einen Park schpozieren, entdeckt HAxt ein Tenniscenter. Also begeben wir uns ins Tennisstüberl um den ziemlich gut spielenden Einheimischen zuzuschauen. Nach ein paar Runden Bier kommt die Idee auf, selbst zum Schläger zu greifen. Es folgt ein hartes Match, in dem sich das Doppel HAxt und Michi schlussendlich durchsetzen kann. Im Anschluss: Siegesfeier. Die Konsequenz davon ist, dass dem Tennisstüberlwirt fast die Bierreserven ausgehen.

Nach so viel Betätigung gönnen wir uns ein gutes Abendessen in einem sympathischen Lokal (Stiege hinauf, nicht hinunter). HAxt behauptet, „chop“ ist immer Geschnetzeltes. Da wettet er alles. Zur Strafe ruht er seinen Kopf ein bisschen auf dem Tisch aus – landläufig auch bekannt unter Schlafen. Als Stirnpolster dient ihm seine Geldtasche. Gerard sorgt für die rauchige Atmosphäre. Zum Ausklang des ersten Tages begeben wir uns ins hoteleigene Casino inklusive Nudelsuppe.

Tag 2

Gestärkt vom reichhaltigen Frühstücksbuffet geht es zum ersten Termin. Da wir unseren kulturellen Auftrag sehr ernst nehmen, statten wir dem archäologischen Museum einen Besuch ab. Interessiert schauen wir uns jedes Objekt genauestens an. Danach geht es ins Museumscafé. Es gibt Biker, Shakes und Tee. Die Kellnerin verrechnet zusätzlich irgendwelche Getränke, von denen anscheinend nur sie weiß. Das lässt sich Michi natürlich nicht gefallen. Und überhaupt: so blöd, wie wir vielleicht aussehen, sind wir sicher nicht.

Es folgt eine Erkundung der Randbezirke. Als Transportmittel wählen wir die Bim, ausgestattet mit modernsten Kartenentwertern. Schöne Gegend! Es geht in den traditionellen Gastgarten direkt an der Straße gelegen. Beim Bestellen tun wir uns diesmal leichter, weil die Speisen auf der Karte abgebildet sind. „N this, n this, n this…“ – gut und günstig. Der anschließende Verdauungsspaziergang führt uns durch einen naturbelassenen Park, das Rasenmähen übernehmen die Pferde. Wir schlendern durch die malerische Gegend. Hen kaut seinen bulgarischen Kaugummi so heftig, dass er plötzlich einen Zahn in der Hand hat. Keine Panik. Die anständigen, esterreichischen Zahnärzte werden das Malheur schon wieder richten. Wir fahren noch ein bisschen mit der U-Bahn herum und der Nachmittag ist schon wieder vorüber.

Es geht ins nächste Restaurant. Die Restaurantmutti kommt mit zusammenkopierten Zetteln, damit wir uns zusammenreimen können, was auf der bulgarischen Speisekarte steht. Beim Bier bestellen haben wir ja keine Probleme, aber beim Fressi Fressi. Wir sind trotzdem sehr verängstigt und bestellen alle dasselbe. Die attraktive Kellnerin bringt uns kaltes, halb fertiges Fleisch. Ein voller Reinfall! Aber immerhin haben zwei Leute einen Job, nicht? Es folgen weitere Lokalbesuche. Schließlich landen wir wieder im hoteleigenen Casino und erstmals im hoteleigenen Nachtclub. Wir genießen die Aussicht – im 21. Stock!

Tag 3

Es steht ein Ausflug ins 30 Kilometer südwestlich gelegene Pernik auf dem Programm. Zu diesem Zweck nutzen wir die bulgarischen Staatsbahnen. Kostet billig. Wir reisen zwar im modernen Zug, aber ein Blick aus dem Fenster lässt uns doch etwas erschaudern. Berge von Müll. Dazwischen einfache Behausungen, das Hausschwein mittendrin. Alles in allem kein schöner Anblick. In Pernik angekommen starten wir eine ordentliche Sightseeing-Tour. Vorbei am Freiluftkino aus der guten, alten Zeit geht es hinauf ins Villenviertel der Stadt. Im Gegensatz zum Grazer Ruckerlberg sind die Häuser hier größtenteils unverputzt, auch die Bauweise ist manchmal sehr kreativ. Aber nachdem ja eh fast alle Häuser so unfertig ausschauen, fällt das gar nicht mehr auf. Im Gegenteil – es ergibt wieder ein homogenes Bild.

Genug geglotzt! Wir lassen uns im Stadtzentrum nieder, um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen. Ein penetranter Trommler schnorrt die Leute an. Er hat es auch auf HAxt abgesehen, dieser bleibt aber hart. Wir genehmigen uns noch ein gutes Mahl – eine „Mixed Sache“ ist sehr empfehlenswert. Es handelt sich dabei mengenmäßig um eine Scheibtruhe voll Fleisch und Gemüse. Nichts für kleine Esser! Der Tagesausflug neigt sich dem Ende zu. Wir schauen noch schnell ins Bahnhofsresti und fahren zurück nach Sofia.

Dort angekommen gehts erstmal erneut in das Bahnhofsresti, danach mit dem Taxi ins Hotel. Das Taxameter schnellt in atemberaubender Geschwindigkeit in die Höhe. Beim Hotel angekommen zahlen wir das Fünffache des gewohnten Preises – immerhin kann sich der Taxler damit einen neuen Trainingsanzug kaufen. Da zahlen wir natürlich gerne mit. Zum Abendessen gibt es traditional Bulgarian food, das „wedi, wedi speschel“ (= very, very special) ist. Am Fernseher werden bulgarische, volkstümliche Musikvideos gezeigt. Genauso schwer zu ertragen wie österreichische. Zum Ausklang des 3. Tages wird wieder das hoteleigene Entertainment-Programm genutzt. Dabei teilt uns die armutsbedingt spärlich bekleidete Freiberuflerin, die sich durch eine uninspirierte Choreographie auszeichnet, unmissverständlich mit: „Privatedanceno“ (in einem Wort)!!! Dafür ist das Bier recht günstig.

Tag 4

Letzter Tag. Die restlichen wichtigen Gebäude, die man gesehen haben muss, werden angeglotzt. Beeindruckend die Alexander-Nevski-Kathedrale, interessant auch die ehrenwerten Händler davor. Für die ganz Peniblen gibt es ein „deutsches Arbeitsbuch“ zu kaufen. Dem naturhistorischen Museum wird auch noch ein Besuch abgestattet. Viele ausgestopfte Tiere, sehr appetitlich. Deswegen gehts zum Essen. Eine Kellnerin spricht etwas Deutsch. Na, wenn das so ist, nimmt Gerard noch eines. Diverse Besorgungen (Hen: nicht ohne meinen Kaktus) beenden das Abenteuer Sofia.

Ab zum überschaubaren Flughafen, rein in den Flieger, raus aus dem Flieger, rein in den Imbiss am Flughafen Schwechat zur traditionellen Leberkäsesemmel. Danach ab in heimatliche Gefilde.

Merci an alle, die zum Gelingen des Ausflugs beigetragen haben.

Autor: Gerard

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