Planspitze/Hochtor 2005

Datum 16.07.2005 – 17.07.2005
Teilnehmer Gerard, Hen, Michl, Schorsch und Sepp
Ziel Planspitze (2117m)/Hochtor (2369m)

Auch 2005 fanden sich wieder ein paar PGBBler ein, um dem Alpinismus zu frönen. Mit dabei wieder der Rudl und als Gastbergsteiger der Papst-Sepp, Hen’s Ferialschepfhaxn. Dieses Jahr geht’s in eine der beeindruckendsten Gebirgsregionen Österreichs, den Nationalpark Gesäuse.

Tag 1: 06:30 Uhr

Das Wetter macht uns Sorgen. Es hat in der Nacht ordentlich geregnet und so richtig aufreißen will es auch nicht. Wir machen uns trotzdem auf den Weg, denn die Hoffnung stirbt zuletzt. Je weiter wir fahren, desto intensiver regnet es. Am Präbichl herrscht Weltuntergangsstimmung – stockfinster, der Regen drischt romantisch aufs Auto ein. Schorsch plagen ordentliche Zweifel ob der Sinnhaftigkeit der Aktion. Ok, wir fahren bis Hieflau, um dort bei lecker Kaffee den Ernst der Lage zu besprechen. Und während wir uns denselben genehmigen, reißt die Wolkendecke auf, sodass unserer Tour wettermäßig nichts mehr im Wege steht. Noch schnell den Proviant im sauschweren Rucksack verstaut und ein Vorher-Foto geschossen und los geht’s vom Parkplatz Kummerbrücke Richtung aufi.

Nach einem kurzen Anstieg durch den Wald – quasi zum Aufwärmen – beginnt der mit Leitern, Stahlseilen und Eisenstangen sehr gut versicherte Wasserfallweg. Der Wasserfall zum Weg ist hübsch anzuschauen. Die erste Sonderprüfung wäre geschafft. Wir biegen rechts ab Richtung Planspitze. Noch gute zwei Stunden bis zum Gipfel. Ein schweißtreibender Serpentinenweg verlangt uns körperlich und psychisch alles ab. Die letzten Meter geht es noch einmal über einen anspruchsvollen, gut versicherten Steig, ehe wir den Gipfel erreichen. Es ist ordentlich stürmisch. Innerhalb weniger Minuten zieht der Nebel herein – nicht gerade die besten Voraussetzungen um hier einen Zweitwohnsitz einzurichten. Nichtsdestotrotz kämpfen sich auch einige osteuropäische BergsteigerInnen herauf. Erwähnenswert ist ein kurzärmeliger, kurzhosiger „Russe“, der an den bloßen, mit einer dicken Hornhaut überzogenen Füßen schicke Sandalen angeschnallt hat. Zur Belohnung gönnt er sich einen halben Kilo Kantwurst pur.

Nach kurzem Aufjausnen, Gipfelbucheintrag und Foto steigen wir Richtung Hesshütte ab. Der Bierdurst ist schon übermächtig, das Tempo nimmt drastisch zu. Endlich erreichen wir bei Sonnenschein unser Nachtlager, die Hesshütte auf 1700m Seehöhe. Gerade erst angekommen und schon rinnt das kostbare Nass durch die durstigen Kehlen – sauwa sog i. Exzellente Bewirtung, weitere Hopfenblütenkaltschalen und die Anstrengungen des Tages bewirken, dass ein Teil der Helden sich etwas früher, der andere später (um 11 ist Nachtruhe) ins kuschelige Matratzenlager zurückzieht. Nachtruhe ist relativ, da bei ca. 20 Personen immer mindestens drei Männer mit schiefer Nasenscheidewand darunter sind, die so „sagln“, als ob sie den halben Wald in der Umgebung abholzen wollten…

Tag 2: 06:00 Uhr

Der zweite Tag beginnt recht zeitig. Hen muss aus gesellschaftlichen Gründen gleich ins Tal absteigen. Er versüßt dem Rest des Lagers den Start in den Tag mit „Schnappi, das kleine Krokodil“ als Handyweckmelodie, gleich zwo Mal – unsauwa sog i. Schließlich erhebt sich der Rest um 07:00 Uhr – es gilt ja heute noch den höchsten Berg im Gesäuse zu erklimmen, oder doch nicht? Ein Teil der mächtigen Wände des Hochtors ist in Nebel gehüllt. Außerdem hat’s in der Nacht an-ständig gewaschelt – bei manchen steht der Stift a bissl. Aber aufgrund der Meinung des Chefkellners – „Umdrahn kennts imma no“ – und des unbändigen Willens diesen Berg zu bezwingen, wagen wir es doch. Wir sind nicht die einzigen. Es geht teilweise recht luftig auf dem wiederum sehr gut versicherten Josefinensteig hinauf. Die Moral der Truppe ist sehr gut, alle sind fit und so erreichen wir problemlos den Gugelgrat. Der Weg führt von nun an unterhalb des Grates relativ unspektakulär zum Gipfel, auf dem wir nach ca. 2 ½ Stunden stehen.

Diesmal ist es doch angenehmer und windstiller. Der Blick übers Gesäuse ist atemberaubend. Eine ordentliche Stärkung ist bitter nötig, denn der Abstieg nach Johnsbach erfolgt über das Schneeloch. Der „Weg“ nach unten erweist sich als äußerst anspruchsvoll. Manche Stellen müssen sogar abgeklettert werden. Wie der Name schon sagt, liegen auch einige imposante Schneefelder am Weg – zwoa Bergschua, a gführiger Schnee, juchee! Der letzte Teil der Etappe führt über Waldgebiet zum GH Kölblwirt, wo der kühle Radler schon auf uns wartet. Mit dem Taxi geht’s zum Parkplatz Kummerbrücke, wo sich der Kreis wieder schließt. Erschöpft, aber zufrieden mit der Leistung treten wir die Heimreise an. Die guade Kamarodschoft muss zum Abschluss noch im Tenniscenter ordentlich gefeiert werden, von den üblichen Verdächtigen besonders intensiv – des schätz i so an uns!

Fazit

Eine anspruchsvolle, landschaftlich sehr reizvolle Bergtour. Die beiden Gipfel sind Klassiker und ein Muss für ambitionierte AlpinistInnen. Die Hesshütte bietet viel Schlaf- und Aufenthaltsraum sowie gut ausgestattete Sanitärräume. Als idealer Stützpunkt wird sie naturgemäß von sehr vielen BergsteigerInnen aufgesucht.

Autor: Gerard

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