Budapest 2004

Datum 02.04.2004 – 05.04.2004
Teilnehmer Gerard, Hen, Michl, Schorsch und Wood
Ziel Budapest, Ungarn
Verkehrsmittel Österreichische Bundesbahnen (ÖBB) sowie
Ungarische Staatsbahnen (Magyar Államvasutak, MÁV)

Reisebericht

Im Zuge der Initiative „Lerne deine Nachbarinnen kennen“ entschlossen sich jene „Kamarodn“, die 2003 bereits Böhmen heimgesucht hatten, im Jahr 2004 ins Land der Szegetiner zu pilgern. Genauer gesagt nach Budapest – zum Beginn einer „guadn Kamarodschoft“. Und so fanden sich die Helden mit Bier, Zahnbürste und zweiter Unterhose bewaffnet am Leobener Hauptbahnhof ein…

Tag 1

Bereits zwei Minuten nach Abfahrt (15:39 Uhr) wurde Bier Nummer eins kredenzt – war abgelaufen, machte aber trotzdem fett! Umsteigen in Bruck an der Mur, stürmischer Wind, die Frisur hält. Auf der Suche nach unserem Abteil wird der Zug unsystematisch von vorne bis hinten und wieder zurück durchkämmt. Kommentar des Schaffners – äh, Verzeihung – des Zugbegleiters beim Anblick unserer Bierreserven: „Na dann, Prost, Mahlzeit!“ Gleich darauf der große Auftritt der Hackizze… Er richtet ein knappes „So, jetzt wirds dann Zeit zum Gehen!“ an die Fahrgäste, die illegaler Weise in unserem (reservierten!) Abteil gesessen sind. Der Intonation des Herrn H. beigewohnt zu haben, war uns ein unvergessliches Erlebnis… Der Verfall beginnt eben jedes Mal ein bisschen früher, diesmal bereits am Semmering.

Nächster Halt: Wiener Neustadt. Umsteigen und wieder die ewige Suche nach Anschluss. Beim Versuch, den Anschlusszug festzuhalten, bleibt Wood mit einer Palette Bier in den Armen in der sich schließenden Zugtür stecken – kommt aber kanpp mit dem Leben davon. Gut so, hätte er die Biere nämlich los gelassen, hätte er dieses nämlich mit Sicherheit verloren… Das Zugabteil ist unser, aber falsch, in Sopron werden wir von einer Horde Ungarn überrannt! Unsere Plätze waren „triple booked“, Pech, denn wir aus „Esterreich“ waren zuerst da! Sinnlose Gespräche, verfeinert durch Debilität und Alkoholkonsum machen diese Zugfahrt zu einem intellektuellen Overkill. Jeglicher geistiger und körperlicher Fähigkeiten beraubt, erreichen wir endlich unser Ziel – Budapest Ostbahnhof. Das hat alles einmal uns gehört!!!

„Hello Mr. Tourist Officer“, wir brauchen Geld und die Budapest-Card. Bekommen wir, mit einem fetten Aufschlag – und die Hackizze freut sich! Und jetzt, Downtown! Wir brauchen Flüssigkeit, die Eppizze ist derart dehydriert, dass er die Rolltreppe rücklings hinunter kugelt! Ein Zimmer wäre auch recht nützlich… Und deshalb nehmen wir erst einmal ein „schnittig, schneidig, schnappiges“ Bier. Dazu bekommen wir gratis einen Tipp für ein günstiges Hotel: das Hotel Imbiss(???). Der Versuch der Woodizze, die erste Runde im Beisl zu bezahlen, scheitert an seiner finanziellen Impotenz.

Statements fürs Videotagebuch werden abgegeben, „Was erwartet ihr euch von diesem Ausflug?“ „A guade Kamarodschoft“ – Osli, die sollst du bekommen! Futter fassen, danach die Suche nach einem Beisl namens „Fat Mo’s“. „Is eh glei in da Nachn!“ – ja, Wood! Auf dem Weg werden wir von einem äußerst seriösen, Goldketten und Rolex tragenden Lokalbesitzer in sein niveauvolles Amüsierlokal eingeladen. Die Gespräche mit den dort zufällig anwesenden, konservativ gekleideten Damen waren durchaus konstruktiv, es wurden Kochrezepte und Häkelmuster ausgetauscht. Danach endlich im Fat Mo’s angekommen, werden wir umgehend vom feindseligen Portier des Lokals verwiesen. Na gut… Da jedoch alle Magyaren schmierbar sind, gelingt es uns wenigstens, zu fünft in einem Taxi zum Szenelokal „Piaf“ zu gelangen. Dort genehmigt sich die Eppize erst einmal eine ordentliche Mütze Schlaf – auf unserem Gepäck! In der Zwischenzeit vergnügt sich der Rest der Helden: „Tat da taugn?“ – „Jo, tat ma taugn!“ Budapest, da steppt der Bär, da tanzt die Schiraffe – bis sieben Uhr morgens!

Tag 2

Nach einem „Schpoziergang“ im morgendlichen Budapest widmen wir uns nun der Unterkunftsbeschaffung. Endlich ist ein Zimmer in Sicht – aber es gilt noch, bis Mittag durch zu halten! Wenigstens unser Gepäck sind wir los. Wir genehmigen uns ein typisch ungarisches Frühstück bei McDonald’s – Big Mac für alle! Die Helden verspüren latente Ermüdungserscheinungen. Eppizze jedoch ist fit und ausgeruht, man könnte glauben er habe die ganze Nacht geschlafen… Extreme-Sightseeing – wir stürmen die Budapester Burg! Die Schiraffe träumt von einer Karriere als Hip-Hopper, ein Cover für seine erste Single gibt es bereits (siehe Fotoroman)! Nach der anstregenden Erklimmung des Burgbergs gibt es als Belohnung logischer Weise ein Bier. Bei chilligen, elektronischen Beats, Sonnenschein und „ana guadn Kamarodschoft“ könnte man den Eindruck gewinnen, dass man im Grazer Parkhouse abhängt. Eppizze, bescheiden wie immer, beschließt: „Wenn ihr zwa trinkts, dann sauf i viere!“ Gesagt, getan… Langsam überwältigt das Sandmännchen nun auch die Hackizze. Mit zwei Stunden Verspätung und sechs Seidln zu viel intus beziehen wir letzten Endes um 14:00 Uhr unser schnittiges, mehrstöckiges, zentral gelegenes Apartment – Noblèsse oblige! Eppizze macht das, was er am besten kann. Nein, kein Bier mehr trinken, er schläft wieder einmal ein wenig…

Vier Leichen auf der Suche nach Frauen und Bier – beides gefunden, nur eines vernascht! Wir treffen auf Paul. Paul? Wer ist eigentlich Paul? Paul wird zu unserem Wohnzimmer, das inmitten der FUZO mit PGBB-freundlichen Bierpreisen lockt! Ein Blick in den Spiegel verrät – es ist höchste Zeit für unseren Schönheitsschlaf! Drei Stunden sind genug, zu viel wäre wirklich kitschig! Aufstehen, atmen, anziehen und einsehen am Schluss – das man weitermachen muss! Nach dem Motto „des beste Gmias is imma no is Fleisch“ geht es zum Dinner ins Steakhouse! Alkoholtechnisch werden Long Island, Wein und Bier gereicht! Fett sind wir, nun ab zu Fat Mo! In einem der Zentren des pulsierenden Nachtlebens von Budapest „loss ma uns no amoi so richtig feiern“! Schluss für heute, zu Hause sehen wir noch „Telekoleg Biologie“ („Schau, wia sie mit da Kamara spüt!“). Gute Nacht, John Boy!

Tag 3

10:00 Uhr Tagwache, 11:00 Uhr go away! Schpoziern, Lüften und hinein ins nächste Gasthaus. Wenn wir schon ein Bier trinken, können wir auch gleich was essen! Es gibt Kesselgulasch von sehr geringer Viskosität, Paprikahen und ungarische Lasagne! Eppizze genehmigt sich erneut ein Kilogramm rohes Tartarenfleisch – neben Bier sein Hauptnahrungsmittel. Kurz werden wir sentimental, als wir an der Wand ein Poster mit „Ceské Budejovice“ sehen! Prag holt uns immer wieder ein! Wir fahren in die Randbezirke von Budapest und mischen uns unter das gemeine Volk! Um auch unseren Bildungsauftrag zu erfüllen, besuchen wir das Verkehrs- und das Holocaustmuseum. Hier lassen uns in Formaldehyd eingelegte Körperteile beinahe unser Bier retourjausnen. Auffällig, es gibt jeweils mehr Angestellte, die traurig in jeder Ecke sitzen, als Besucher. Zurück im Zentrum wollen wir gleichzeitig zu McDonalds, Kaffee trinken und ein Bier heben! Klingt schwierig, ist es auch! Schlussendlich gibt es einen italienischen Abend mit Pizza und Vino Rosso! Osli zeichnet sich als Sommelier aus – sein eloquenter Kommentar bei der Degustierung: „Ok!“ Endlich kommen auch die Freunde der gediegenen Jazz Klänge auf ihre Kosten – wir verbringen den restlichen Abend bei Live-Musik im Jazz-Garden! Während die Schiraffe, der Norweger, Hack- und Woodizze ein konservatives Bierchen schnappen, erfreut sich Hen an einer Flasche(!) Sekt! „Des kann i wie Wossa saufen…“ Heim, schlafen!

Tag 4

Trübe Stimmung am Tag der Abreise! Alles ist fertig, jeder wartet auf die Schiraffe, der sich jedoch noch gründlich den Hals waschen muss! Wir wollen aufbrechen, doch oh Schreck, der Schlüssel ist weg! „Wichtig is, dass ma jetzt olle ruhig bleiben!“ – der enorme Intellekt des Schorsch H. führt schließlich dazu, dass der Schlüssel in seiner eigenen Tasche wieder gefunden wird! Auschecken, Bildungsreform vollenden: wir besuchen das Naturmuseum, freuen uns an kleinen Haserl mit kurze Naserl, Elefanten und Schiraffen! Osli will mit seinem umfangreichen Sprachkenntnissen punkten und brilliert beim Souvenirkauf: „Uno elefanto, please!“. Zeit zum Essenfassen! Eine Passantin drängt uns in ein sogenanntes „Restaurant“. In Wirklichkeit handelt es sich dabei jedoch um eine appetitliche Kantine für Bauarbeiter und -innen aus der näheren Umgebung – kostet billig! Und schmeckt auch! Unser letztes Geld verprassen wir noch bei unserem geliebten Pauli, sparen uns aber noch so viel auf, um Bierreserven für die Heimreise kaufen zu können! Endlich im Zug, verbreiten Hack- und Woodizze ein türkisches Flair im ungarischen Abteil! Womit? Mit Kebab! Die Zugfahrt verläuft ohne weitere Vorkommnisse – die Helden sind müde!

21:36 Uhr, wir betreten Leobener Boden. „So, jetzt samma daham, jetzt leg i da ane auf“ – Norwegische Weisheit. Drei nüchterne, friedliche Tage enden beinahe in einem Eklat, an dem die Woodizze und ein kahlgeschorener, sympathischer Skinhead beteiligt waren! Ein schnittiges Davinci-Stangerl, das eigentlich San Danieli heißt, später nimmt auch diese Reise ihr Ende!

Fazit

Budapest, ja bitte!

Autoren: Gerard und Wood

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