Belgrad 2011

Datum 19.05.2011 – 22.05.2011
Teilnehmer Gerard, Hen, Mexxx, Michi, Mike, Schorsch und Wood
Ziel Belgrad, Serbien
Verkehrsmittel Privat-PKW nach Wien Schwechat und retour
FlyNIKI Wien <> Belgrad

Reisebericht

2011 ging es im Rahmen der Reiseinitiative „PGBB goes East“ zum wiederholten Mal auf den Balkan – und zwar nach Belgrad, in die Hauptstadt Serbiens mit ca. 1,6 Mio. Einwohnern.

Tag 1

In gewohnter Weise sammelt Hen die Protagonisten ein. Gut geölt geht es zum Flughafen Wien, wo schon ganz aufgeregt Mexxx wartet. Es folgt die Standardprozedur: Einchecken und Platznehmen bei einem kühlen Blonden im Flughafenresti. Dann geht es los! Während des Fluges erfährt Gerard aus der „Presse“ die Schreckensnachricht, dass Belgrad vor wenigen Tagen eine Sperrstunde (mit Ausnahmen) eingeführt hat. Man könnte fast zur Meinung gelangen, dass die Serben dem PGBB das Leben schwer machen wollen.

In Belgrad bei herrlichem Wetter gelandet folgt eine Endlosdiskussion, ob wir mit dem Büs oder mit dem Taxi ins Hotel fahren. Wir entscheiden uns in unserer unfassbaren Intelligenz für den überhaupt nicht aufdringlichen Mann, der laut eigenen Angaben eh ein „official taxi“ ist. Das Taxischild fürs Dach hat er sicher im Kofferraum verstaut. Der Rechtslenker gibt gleich ordentlich Gas, bevor der Schranken des Parkplatzes die Weiterfahrt verhindert. Schorsch zieht sicherheitshalber seinen „head (of department)“ ein. Gerard erkundigt sich, ob es in Belgrad Clübs mit „women and so“ gibt. Wir erreichen das zentral gelegene Hotel und bezahlen – wie sich später herausstellen sollte – einen schönen Touristenaufschlag.

Einchecken ist angesagt. Mike ist besonders angetan vom Komfort und Ostblockcharme der Zimmer. Da wir nicht vorhaben, die ganze Zeit im Hotel zu verbringen, brechen wir zu einer ersten Erkundungstour auf. Weitläufige Wehranlagen und gut erhaltene Kriegsgerätschaften zeugen von der bewegten Geschichte Belgrads oder wie Hen sagt: „Do you remember World War One?“

Es wird Zeit fürs Essen. Wir crashen eine Hochzeit und delektieren uns an den dargebotenen Köstlichkeiten – Schorsch am besonders knackigen Salat mit ganzen Stückchen. Die Platzanweiserin ist ein Augenschmaus. Danach wird die Freundschaft gepflegt mit Tees auf Long Island-Art. In der Luft liegt der Geruch eines Bärengeheges. Schorsch schaut nach und erblickt einen Elefanten, den wahrscheinlich nur er sehen kann. Bemerkenswert, wenn es sich um ein Pferdegehege des angrenzenden Belgrader Zoos handelt.

Wir machen uns langsam auf den Weg zum Hotel. Unser Lieblingsmünchner wartet schon auf uns. Vereint ziehen wir los, um Belgrad um ein paar „Jelen“ und „Lav Pivo“ und Long Island Iced Tea zu erleichtern. Als Höhepunkt steht der Besuch eines Nightclübs auf dem Programm. Es tanzen für uns Dolph (Lundgren), die Tarantel mit den behaarten Beinen und Oliver (sieht aus wie ein Oliver). Der erste Abend ist immer der längste, sodass es unmöglich ist, alle Begebenheiten aufzuzählen. Es dauert für den einen oder anderen bis in die frühen Morgenstunden, nicht jedoch ohne noch einmal von den gaunerischen Machenschaften der Taxler betroffen zu sein. So werden ausverhandelte Fixpreise ganz schnell knapp verdoppelt für eine Fahrt, die (wie später ermittelt) nur etwas mehr als die Hälfte des Fixpreises ausmachen hätte dürfen… Jaja, so ist das Touristenleben!

Tag 2

Michi kommt vom Morgenlauf und der Rest hat es auch schon aus dem Bett in den Speiseraum geschafft. Das liebevoll zubereitete Frühstück entspricht der Qualität der Zimmer. Heute ist ein besonderer Tag – Michi hat Geburtstag! Er wünscht sich nichts sehnlicher als einen Zoobesuch, also ab zu den Viechern. Es gibt sogar Katamarane(!) und manche Tiere können ein „Peitschenschwanzsyndrom“ auslösen. Bei dieser Haltung können einem aber alle Tiere leid tun. Zum Auffüllen unseres Elektrolythaushalts eignen sich besonders „beers with cokes“, die wir im gemütlichen Gastgarten zu uns nehmen, während ein Elefant uns unterhält.

Genug geglotzt. Nachdem wir ja alle „driver“ sind, geht’s beim Autodrom heiß her. Um das Belgrad abseits der Touristenmeilen kennenzulernen, fahren wir mit der Straßenbahn stadtauswärts. Wir kehren in einem traditionellen Gasthaus bzw. am Hinterhofbalkon desselben ein. Die kyrillische Speisekarte bereitet uns Probleme. Michis Anfrage „Do you have bean soup?“ versteht der nette Kellner, der kein Englisch spricht, als Pizza Capricciosa… Aber wir schaffen es schließlich doch noch, unsere kulinarischen Begehrlichkeiten zu artikulieren. Die rustikale Mutti kann es schon gar nicht mehr erwarten, für uns zu kochen. Es mundet allen, und preislich ist es sowieso mehr als in Ordnung. Danach weitere Kameradschaftspflege und immer wieder Schwelgen in der Erinnerung vergangener Ausflüge. Zu späterer Stunde führen wir noch eine Hupenkontrolle und eine Kontrolle der ordnungsgemäßen Verwendung der Stange bei äußerst schwierigen Lichtverhältnissen durch. Somit hätten wir Tag 2 auch überstanden.

Tag 3

Entspanntes Flanieren entlang von Save und Donau ist angesagt. Bei soviel sportlicher Betätigung achten wir besonders auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr (wir sind bei diesem Ausflug wirklich viel zu Fuß unterwegs – aufgezeichnet mittels Hens GPS-Uhr). Schorsch lässt dabei zur Abwechslung wieder einmal seinen Fotoapparat liegen. Allerdings bekommt Wood diesen Umstand mit und nimmt das Gerät aus pädagogischen Gründen an sich. Wenn wir außerdem schon am Fluss sind, können wir auch gleich auf dem Fluss essen – Fischi, Fischi und so im schwimmenden Restaurant mit Schilfdach. Danach spazieren wir weiter bis zum Grand Casino Beograd, das uns aber aufgrund unserer teilweise freizügigen Fußbekleidung nicht hineinlässt. Eine kleine wettermäßige Abkühlung zwingt uns unters Zelt (= das Casino des kleinen Mannes), wo spannende Tischfußball-, Sega-Rally-, Air Hockey- und Korbball-Partien auf dem Programm stehen. Bevor es zurück ins Hotel geht, besichtigen wir noch Novi Beograd. Wir versuchen, möglichst viel von der Stadt zu sehen. Danach Frischmachen und erneut ab in den Büs zum Casino.

Diesmal kommen wir hinein. Nach einer kleinen asiatischen Stärkung geht es am Black Jack-Tisch rund, was Gerard wenig juckt. Man erkennt die erfahrenen Spieler. Wood gehört offensichtlich nicht dazu. Dafür hat das Black Jack-Ass Hen eine unnachahmlich elegante Handbewegung für „Karte“.

Zum krönenden Abschluss wollen wir noch in einen der schwimmenden Clübs auf der Donau. Doch was sagt man dazu: Die supercoolen und arroganten Türsteher lassen uns ohne „reservation“, für die man im übrigen 10.000 RSD pro Gruppe zahlen muss, nirgends hinein. Die Gruppe würden wir ja noch hinbekommen. Das Gold für den Eintritt ebenso. Aber uns fehlt mindestens eine knackige, kurz berockte, auf sehr hohen Schuhen stolzierende Belgraderin. Tja, andere Länder, andere Sitten. Daher ab in die Lounge, die uns gnädigerweise noch einen Abschluss-Long-Island und einen serbischen Schnaps aufs Haus gewährt. Danach fahren wir zurück ins Hotel. Ein Teil beehrt noch die Hotelkneipe, die uns immer willkommener und permanent geöffneter Ausgangs- und auch Endpunkt unserer Unternehmungen war.

Tag 4

Der Ausflug geht zu Ende. Hen erinnert uns, dass der Flug doch schon etwas früher als allgemein erwartet geht. Diesmal zahlen wir keinen Deppenaufschlag beim Herren Taxler. Nach zwei(!) Sicherheitskontrollen sind wir wieder an Bord von NIKIs Embraer Richtung Österreich. Zum Essen gibt es Brot mit Liptauer oder Schweinsbraten. „Was heißt da oder?“ Der Rest ist Routine.

Fazit

Belgrad ist eine sehr schöne, saubere Stadt. Mildes Klima, schönes Wetter, viele Menschen in den Straßen, gutes Bier und Essen, günstige Preise und überdurchschnittlich viele steile Zähne. Die Abordnung des PGBB behält Belgrad in sehr guter Erinnerung.

In Prag geht das Gerücht um, dass im nächsten Jahr der PGBB anlässlich des 10. (in Worten zehnten, sprich zehnten) Ausflugs im Rahmen der Reiseinitiative „PGBB goes East“ an die erste Wirkungsstätte zurückkehren wird. Man darf gespannt sein.

Autor: Gerard

Schlagwörter: